Im Norden Bayerns, im Regierungsbezirk Unterfranken, etwa 8 km südwestlich von Aschaffenburg, liegt die bereits vor 1200 Jahren erwähnte Marktgemeinde Großostheim am Rande des Odenwaldes.

Der uns als Vorstand des Großostheimer Geschichtsvereins besten bekannter Ewald Lang hat bei seiner Tätigkeit als Archivar einen gespeicherten Nachlass gesichtet, der anhand von historischen Unterlagen zum Schützenwesen seit dem 16. Jahrhundert, aber auch zu Großostheim einiges gefunden hat.  Kopien zu Dokumenten aus jener Zeit, teilweise Gesellschafts- und Schützenordnungen für die allgemeine Abwickelung zu Preis – und Probeschießen liegen uns vor.

Im „Mainzer Regierungsarchiv“ finden sich 4 Archivalien von 1793 – 1805, mit denen beabsichtigt wird in Großostheim eine Schützengesellschaft zu gründen. Damit ergeht die Bitte an die Gemeinde ein entsprechendes Grundstück zur Verfügung zu stellen. Außerdem erwartet man einen jährlichen Zuschuss von 15 Gulden. Doch das sollte noch eine Weile dauern.

Vier entschlossene Männer waren es – Georg Becker, Franz Klug, Johann Kehrer und Anton Michael Höfling- die im Jahr 1919 die Schützengesellschaft gründeten.

Das Gasthaus „Goldenes Fass“ wurde das 1. Vereinslokal. Dort im Saal wurden auch die ersten Schiessversuche unternommen. Von einem Nachbarverein wurden die ersten 2 Schießstände erworben. Man war bestrebt die Mitgliedszahl auf 25 Personen zu beschränken, um die Geselligkeit besser pflegen zu können. Da das Interesse an Neuaufnahmen wuchs, änderte man den Beschluss zur Mitgliedsbeschränkung und wechselte ins Gasthaus „Zum Schützenkeller“ wo dann 4 Stände zur Verfügung standen.

Das im Januar 1926 angelegte Protokollbuch berichtet von der Festsetzung einer Satzung, Neuaufnahmen, Beitragssätze und auch schon damals Korrespondenzen mit dem Finanzamt. Auch soll einheitlich ein Hut angeschafft werden. Da werden die ersten Jubiläumsfeste im Umkreis besucht. Aus den Protokollen geht hervor, dass man sich Anzüge dazu leihen konnte. Die Kosten dafür hat der Verein übernommen.

Noch im Jahr 1926 wird ein Schießstand genehmigt und im Garten von Michael Korn in der Gaststätte „Zum Schützenkeller“ durch Isidor Jakob aufgebaut. Die Finanzierung dieser Anlage von etwa 350,00 bis 400,00 Mark gestaltet sich schwierig da nur 170,00 Mark in der Vereinskasse sind. Man weiß sich aber zu helfen, indem man Anteilscheine an seine Mitglieder zu je 5,00 Mark ausstellt. Ein gewisser Alfons Polster lieh dem jungen Verein noch 100,00 Mark.

Im „Goldenen Fass“ veranstaltet man am 30.1.1927 einen Maskenball, der brachte lt. Protokoll einen Gewinn von 142 Mark.

Die größere Zahl von Mitgliedern erhöhte auch die Schiessleistung der aktiven Mitglieder.

1925 schloss man sich dem Spessart – Schützenbund an und fand recht bald dank der sportlichen Leistungen die Aufmerksamkeit der Nachbarvereine.

Gründungsmitglied Franz Klug, der uns in den Anfangsjahren recht eifrig unterstütze, wurde bereits 1924 zum Ehrenmitglied ernannt.

Die ständig wachsende Mitgliedszahl und die Freude am Schießsport war der Anlass, die Schiessanlage auf 12 Stände im Freien, aber überdacht, zu erweitern.1930 trat man mit einer größeren Veranstaltung an die Öffentlichkeit. Das Bundeskampffest am 20.07.1930 verband man mit der Fahnenweihe sowie dem 10-jährigen Stiftungsfest. Es wurden große Anstrengungen unternommen diese Fahne zu bezahlen. Sie hat damals schon 475,00 Reichsmark gekostet. Angeboten wurde sie uns von der Firma Arnold in Coburg. Etliche Spenden waren nötig um das gute Stück, handgestickt von Nonnen aus der Rhön, anschaffen zu können. Auch hier wurden wieder Anteilscheine ausgegeben. Der Schützenverein Hubertus Haibach war unser Fahnenpate. Vielleicht ist das auch der Grund, dass man als Beschriftung der Fahne das gleiche Motto: „Sicheres Auge, feste Hand und ein Herz fürs Vaterland“ gewählt hatte. Haibach besitzt den gleichen Text auf ihrer 1927 geweihten Flagge. Georg Becker wurde zum Fahnenträger gewählt.

Um auch im Winter unseren Sport ausüben zu können, legte man auf der Kegelbahn des „Schützenkellers“ 2 zusätzliche Stände an.1933 wechselte man den Schützengau und schloss sich dem Vorspessart – Schützenbund an.

Der Verein wurde bis dahin von den 1. Schützenmeistern Georg Becker, Johann Zahn und Josef Scheiber geführt. 1930 trat Josef Englert als 1. Schützenmeister an.

Scheinbar wurde die ehrenamtliche Arbeit im und um den Verein so umfangreich, so dass man lt. Protokoll vom 14.04.1931 einen „Vereinsdiener“ namens Josef Klein mit einem Jahresverdienst von 12 Mark einstellte.

Unsere aktiven Schützen traten zu dem Gruppenschiessen in Hösbach an. Die erste Mannschaft wurde gestellt von Georg Becker, Johann Zahn, Georg Sommer, Wilhelm Weber, Gabriel Englert und Josef Englert. Mannschaft II: Franz Becker, Willi Schulz, Arnulf Böffinger, Nikolaus Sommer, Johann Bickert und Heinrich Hör. Man kann sich heute nur wundern wie man damals ohne eigene Fahrzeuge die Fahrerei zu den verschiedensten Wettkampforten bewerkstelligt hat.

Mitte der dreißiger Jahre schlich sich die Politik in das Vereinsleben ein, Auflagen wurden gemacht, so auch die Verschmelzung der beiden Schützenverbände im Raum Aschaffenburg.

Das Protokollbuch von 1933 nennt es „das Ende eines politisch und wirtschaftlich unmöglich gewordenen Regierungssystems“.

Trotz der politischen Veränderungen, wurde weiterhin ein Tanzabend für Mitglieder und der Großostheimer Bevölkerung durchgeführt. Auch das Winterschießen hatte sich über Jahre etabliert.

Seitens der Obrigkeit wurde das Schießen nicht mehr als Sport, sondern der Wehrertüchtgung zugerechnet. Sogenannte Opferschiessen mussten veranstaltet werden um den Erlös der NSDAP zuzuführen. Ganze 6,00 Mark, vorgestreckt vom Verein, konnten überwiesen werden. Die bestehenden Satzungen und Beschlüsse wurden annulliert und die sogenannte Reichssportbehörde machte allen Vereinen zur Auflage, einer vorgegebenen Einheitssatzung zuzustimmen. Der Reichsausschuss für Leibesübungen schrieb für alle Schützenvereine neue Regeln und Abläufe des Sportschiessens vor.

Die Schützengesellschaft 1919 hatte im Jahr 1935/36 46 Mitglieder, im Jahr 1937 waren es schon 58 Schützen.

Beim Bundesmannschaftsschiessen 1935, wurde unsere Mannschaft Kreismeister. Bei der Generalversammlung im „Goldenen Fass“ am 25.1.1936 konnte man auch einmal die Vermögensverhältnisse des Vereins erfahren. Einnahmen: 358,00 Ausgaben: 271,00 Überschuss: 87,00 Mark.

Laut Beschluss der Versammlung war eine Reparatur und Erneuerung der Schießanlage nötig. Eifrige Helfer aus dem Verein setzten diese Pläne um. Die Standeröffnung sollte mit einem Preisschießen im Mai 1936 verbunden werden. Für verschiedene Disziplinen wollte man 215,00 Mark als Preise ausloben. Die Versammlung am 27.2.1937 sah u.a. Neuwahlen vor. Wichtige Positionen sollten wieder neu besetzt werden. Nachdem der 1. Vorstand Josef Englert sich noch einmal bereit erklärt hatte, die nächsten 3 Jahre weiter zu machen, fanden sich Männer aus den Reihen, die auch die anderen Posten besetzten. So sah dann die Vorstandschaft aus: 1. SM: Josef Englert, 2. SM: Philipp Höfling, Kassier: Georg Becker, Schriftführer: Gabriel Englert, Beiräte: Alfons Polster, Franz Becker, Willi Weber, Schießwarte: Philipp Höfling, Georg Sommer. Fahnenträger: Georg Sommer, Nikolaus Sommer, Emanuel Kausch. Der Ersatzkassierer Johann Bickert erhält weiterhin als Vereinsdiener die festgelegten 12,00 Mark pro Jahr. Es wurde auch beschlossen, dass Mitglieder, die zur Wehrmacht oder zum Arbeitsdienst gezogen werden, keinen Beitrag mehr zahlen müssen und weiterhin Mitglieder im Verein sind.

Fast alle 2 Monate wird im Jahr 1937 eine Mitgliedsversammlung abgehalten. Die sind in der Regel auch immer gut besucht. Über aktuelle politischen Verhältnisse und die damit auch im Sportbereich geänderten Vorschriften und Änderungen will ein jeder informiert sein.

Auf Betreiben der Gemeinde und des Bürgermeisters soll das Kleinkalieberschiessen auch in Großostheim wiedereingeführt werden. Ein ehemaliger Kleinkaliber – Verein, der sich mittlerweile aufgelöst hat, hinterließ einen entsprechenden Schießstand im Unterwald. Auch hier erklärte sich das Rathaus bereit den Platz und die Gerätschaften herzurichten. Nun war die Frage, soll der Verein eine Unterabteilung für diese Disziplinen bilden oder soll sich eine andere Gruppierung dieser Sache annehmen. Eine Konkurrenz wollte man sich nicht in den Ort holen so wurde eine neue Abteilung gegründet. Eine Woche später erfolgte das erste Übungsschießen unter der Leitung unseres Mitgliedes Franz Becker. Das 4.Kreisschießen fand bereits einige Wochen nach der Gründung auf unseren neuen Ständen statt. Hier waren Männer aus unserem Verein sehr erfolgreich.

Ein Auszug aus der Siegerliste:

Wehrmann – Scheibe3. Platz Franz Becker
Ring-Prämie2. Platz Georg Sommer3. Platz Gabriel Englert
Wehrmann Ehren1. Platz Franz Haug2. Platz Franz Becker
Glückscheibe1. Platz Franz Becker10. Platz Josef Englert
Festscheibe1. Platz Franz Becker6. Platz Josef Englert
Meisterscheibe3. Platz Willi Schulz

Der letzte Eintrag vor dem Krieg:

„Der Vereins- u. Sportbetrieb ruht, wegen des am 1. September ausgebrochenen Krieges bis auf weiteres. Fast sämtliche aktiven Mitglieder der Schützengesellschaft sind zur Wehrmacht oder zum Arbeitsdienst eingezogen.“       

September 1939

Gabriel Englert Schriftf.

Viele Mitglieder kamen aus diesem Krieg nicht zurück.

Georg Göbel +
Georg Sommer +
Emanuel Kausch + August 42
Josef Höflich +
Hermann Löffler +
Arnulf Böffinger vermisst
Nikolaus Sommer + Dezember 41
Fridolin Schohe? + November 43

Zum Gedenken der gefallenen und verstorbenen Mitglieder wurde nach einem Gottesdienst im August 1952 am Ehrenmal ein Kranz niedergelegt, wobei der 1. Vorsitzende in bewegenden Worten der Toten gedachte. Wir konnten der Bevölkerung wieder unsere wertvolle Fahne zeigen. Sie ist der Beschlagnahme durch die Besatzungstruppen nur deshalb entgangen, da sie Josef Englert über die zurückliegenden, unglücklichen Jahre in einem Ofenrohr versteckt hatte.

Am 26.7.1952 trafen sich die verbliebenen Mitglieder des Vereins, um über den Weiterbestand der Gesellschaft zu sprechen. Am 06.04.1953 wurde der Schiessbetrieb wieder aufgenommen.

Im gleichen Jahr errang man mit der Mannschaft wieder die Gaumeisterschaft.

Josef Englert, der seit 1930 als 1. Schützenmeister die Gesellschaft führte, wurde für seine Verdienste am 15.1.1955 zum Ehrenschützenmeister ernannt. Mittlerweile waren wir bei der Gründungsversammlung vom 16.11.1952 dem neu gegründeten Schützengau Mai – Spessart beigetreten.

Neben uns gehörten folgende Vereine aus der Umgebung zu den Gründervereinen.

Damm 1888, und 1917; KK Schützenverein Aschaffenburg – Eckertsmühle; SV Großwelzheim; SV Alpenjäger Haibach; SV Sebastinus Schweinheim; SV Waldschenke Hösbach; SV Grüntal, Waldaschaff und SV Maintal Wörth.

Hier konnte Werner Löffler in diesem Jahr Gauschützenkönig werden.

Ab 1954 wurden wieder Mannschafts – Rundenkämpfe ausgetragen. Eine Mannschaft bestand aus 10 Luftgewehrschützen, von denen die besten 8 gewertet wurden. Das Problem war natürlich der Transport der Schützen zu den Auswärtswettkämpfen. Öfter wurde ein alter Lastwagen fahrbereit gemacht und die jungen Schützen kamen einfach auf die Ladefläche.

1967 trat unsere Gesellschaft dem Jahre vorher gegründeten Gau Maintal bei. Der erste Gauschützenmeister war Emil Hohm.

Es wurden die ersten Freundschaftsschießen abgehalten und Schützenfeste anderer Schützenvereine besucht. Mit dem Kleinkaliber – Schützenverein Altfeld aus dem Gau Mittelmain verband uns eine besondere Freundschaft, so dass wir uns gegenseitig besuchten und so manche feuchtfröhliche Abende zusammen verbrachten.

Bereits 1969 wurde uns das Angebot unterbreitet, in dem geplanten DJK Sportzentrum ein Schützenheim ausbauen zu können. Nach langen Verhandlungen standen diesen Plänen nichts mehr im Wege und wir konnten dank der Mithilfe unserer Mitglieder 1972 unsere neuen Räume mit 12 Ständen für LP und LG beziehen. 1973 schaffte es der 2. Schützenmeister Werner Hock Gauschützenkönig zu werden.

Als Schützenmeister nach dem Neubeginn waren Lorenz Müller, Werner Löffler und Werner Hock verantwortlich.

Die großzügigen Räumlichkeiten im Sportzentrum erlaubten es uns den Gauschützentag am 9.3.1974 in der dortigen Sporthalle abzuhalten. Der Höhepunkt dieser Veranstaltung war die Verleihung der Gau – Ehrenmitgliedschaft für Josef Englert.

Beispielhaft leitete er fast 40 Jahre die Geschicke des Vereins, steht den Ehrenamtlichen immer noch mit Rat und Tat zur Seite und nimmt regen Anteil an dem Vereinsgeschehen.

1972 übernahm Jürgen Janke bis 1982 die Vereinsführung und fand danach mit Manfred Bayer seinen Nachfolger.

In diesem Jahr startete der Verein auch einen Wettbewerb mit dem er Firmen und Vereine in der Gemeinde ansprach, sich mit einigen Personen zu einem „Firmen- und Vereinsschießen“ anzumelden. Lukrative Preise lockten nach 2-3 Jahren ca. 50 Mannschaften auf den Schießstand. Diese Veranstaltung konnte bis 1999 ohne Unterbrechung durchgeführt werde.

Anlässlich des 55-jährigen Gründungsfestes vom 13.-14.7.1974 in der Bachgauhalle, unter der Schirmherrschaft vom Landrat Roland Eller veranstalteten wir einen Tanzabend, Kirchgang, Festumzug mit zünftiger Blasmusik. Wir scheuten auch nicht die Ausrichtung des 9. Gau – Preis und Königschiessen. Immerhin lobten wir u.a. bei der Glücksprämie 1200,00 DM in bar aus, sehr viel Geld Mitte der 70 er Jahre. Bei dieser Veranstaltung wurde unser Jugendlicher Otto Schnatz Gaujuniorenkönig und Robert Kraus und Thomas Englert standen dem Jugendkönig als Ritter zur Seite.

Krönender Abschluss in diesem Jahr war der von uns organisierte Gaukönigsball am 5.10.1974 im DJK – Sportzentrum.

1979 ließen wir unsere 60 – Jahrfeier nicht aus. Es sollte in der Halle des DJK- Sportzentrum gefeiert werden. Eine stattliche Zahl an Schützen – und Ortsvereine, zahlreiche Fahnen und gekrönte Schützenkönige beteiligten sich an der Kirchenparade vom alten Rathaus zur Kirche St. Peter u. Paul am historischen Marktplatz mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Nach dem Kirchgang und der Totenehrung am Denkmal setzte sich der Zug in Richtung DJK in Bewegung. Nach der Begrüßung durch den 1. Schützenmeister Jürgen Janke, kamen die zahleichen Gratulanten von Nah und Fern zu Wort. Ein ausgedehnter Frühschoppen mit Ehrungen verdienter Schützen beendete die gelungene und gut besuchte Jubiläumsfeier. Zwei Gründungsmitglieder, Georg Becker und Josef Englert, wurden von den Anwesenden besonders herzlich begrüßt.

Mittlerweile war die Mitgliedszahl auf über 100 gestiegen und so konnten wir 4 LG – und 1 LP Mannschaft stellen. Recht talentierte Jungschützen nahmen zu dieser Zeit an Gau- Bezirks- und Bayerischen Meisterschaften teil.

Unser langjähriges Ehrenmitglied Josef Englert wurde für seine Verdienste um den Schießsport am 5.4.81 anlässlich des Bezirksschützentages in Haibach zum Bezirksehrenmitglied ernannt.

In all diesen Jahren kam auch die gesellschaftliche Seite nicht zu kurz und Reisen nach Paris, Hechendorf, München, Garmisch sowie Wanderungen, Grillabende und Faschingsveranstaltungen sorgten für Abwechslung und Zusammenhalt innerhalb der Schützenfamilie.

Mittlerweile hatten wir erkannt, dass uns die Organisation für größere Veranstaltungen keine Probleme bereitet um durch zusätzliche Veranstaltungen Bares in die fast immer leere Kasse kommen könnte. Seit Ende der 60 Jahre bot sich die Bachgauhalle für Tanzveranstaltungen an. Neben dem Faschingsdienstag jedes Jahr, konnten wir uns auch öfter bei den Kerbveranstaltungen beteiligen. Außerdem haben wir seit 1977 bis in die 90 er eine Art Schützenfest in urig geschmückten Festzelten mit den verschiedensten Blas- und Tanzkapellen veranstaltet. Immer eine Riesengaudi für unsere Gäste, aber sehr viel Arbeit für die Helfer unseres Vereins.

Bei der Königsfeier am 05.12.1981 wurden folgende, verdiente Schützen zu Ehrenmitgliedern ernannt. Heinrich Sommer, Franz Becker und Willi Schulz. Sie waren bereits in den 30iger Jahren sehr aktiv und konnten unseren Verein in den Neuanfängen der 50- Jahre mit Rat und Tat unterstützen.

Bis 1968 war Josef Englert 1. Schützenmeister der Schützengesellschaft 1919 Großostheim. Von 1968 bis 1970 stellte sich Werner Hock für dieses Amt zur Verfügung. Jürgen Janke folgte zuerst von 1972 – 1982 und wurde dann für weitere 8 Jahre von Manfred Bayer abgelöst.

Bereits 1983 übernahmen wir wieder das Gau-, Preis- und Königsschießen und das Gauschützenfest vom 2-4.7.83. Hierzu hatten wir ein stattliches 2000 – Mann Zelt aufgebaut. Das Preisschießen war kein großer Erfolg. Zu wenig Gau – Schützen kamen auf unseren Stand. Immerhin hatten wir Preise im Wert von ca. 12.000,00 Mark angeschafft oder wurden gestiftet.

Alleine 50 Personen hatten sich aus Hechendorf / Oberbayern zu unserem Schützenfest angemeldet. Die Kapelle aus Oberau heizte den zahlreichen Gästen so richtig nach Bayern-Art ein. Schon am nächsten Morgen zum Kirchgang zeigten uns unsere Gäste ihre prächtige Schützenkleidung. 22 Schützenvereine aus unserem Gau und der Nachbarschaft zogen durch die Straßen unseres Ortes.

Der Gau – Königsball im Oktober 1983 wurde ebenfalls von uns abgehalten und brachte etwa 350 Gäste in die festlich geschmückte DJK Halle. Tanzmusik für alle von der Oberauer Festkapelle.

Erstmals 1985 richteten wir, immer am 1.Mai, das Waldspitzenfest aus, das bis heute zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen gehört. Hierzu schleppen wir sämtliches Equipment, Zelte, Garnituren, Getränke und Speisen in den Unterwald. Berühmt und von allen gelobt sind unsere Bratwürste, die wir unter professioneller Aufsicht nach unserer Rezeptur selber herstellten. Dazu wird Hausmacher Wurst und frisch gezapftes Bier aus der Großostheimer Brauerei angeboten.

1987 entschloss man sich, die über 50 Jahre alte Vereinsfahne durch eine neue zu ersetzten. Der Zahn der Zeit und die Wirren des Krieges hatten sie ein wenig gerupft. Mit Hilfe etlicher Spenden ließen wir eine Kopie der Originalfahne erstellen. Der Preis wird bei etwa 7000,00 Mark liegen. Verbunden mit einem Schützenfest konnten wir die Fahnenweihe vom 03.06. – 06.06.1988 im Festzelt mit vielen Gästen feiern. Die Schirmherrschaft übernahm unser Bürgermeister Hermann Ritter, unsere Fahnenpatin war Frau Renate Eder. In der Kirche St. Peter und Paul wurde die Fahne geweiht. Als Patenverein stellte sich der Schützenverein Pflaumheim zur Verfügung. Bei einem großen Festzug nachmittags durch Großostheim mit vielen Vereinen von nah und fern konnten wir der Bevölkerung unsere neue und alte Fahne vorstellen. Werner Löffler und Ulrich Bickert wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Unser Vorstand Manfred Bayer erhielt vom Gau für seinen unermüdlichen Einsatz für die Schützensache die silberne Ehrennadel.

In all den Jahren zuvor, hatten wir versucht ein eigenes Gelände zu erwerben, um mittelfristig ein eigenes Schützenhaus zu besitzen. Trotz angekauftem Gelände scheiterten alle Versuche an irgendwelchen mittleren oder oberen Umweltbehörden oder an die Nichtbereitschaft von Grundbesitzern ihr Gelände zu verkaufen oder zu tauschen. Auch konnte uns die Gemeinde nicht weiterhelfen. Dadurch wurde uns immer die Möglichkeit genommen auch „scharfe“ Waffen zu schießen und ein von uns erbautes Gebäude unser Eigen zu nennen.

Nachdem Manfred Bayer aus beruflichen Gründen den Bachgau verließ, wählte die Versammlung 1990 Jürgen Janke erneut zum Schützenmeister.

Helmut Englert, der viele Jahre im Gauausschuss tätig war, wurde 1990 Gauehrenmitglied.

Sportlich machten besonders unsere Luftpistolenschützen von sich Reden und stiegen bald in die Landesliga auf. Jetzt schießen sie schon einige Jahre in der Bayernliga. Auch hier waren etliche Schützen Gau- und Bezirksmeister sowie Teilnehmer bei Bayerischen Meisterschaften und beim Löwencup in München.

In den Bemühungen, zukünftig einen eigenen Schützenstand zu bauen, sind wir kein bisschen weitergekommen. Grundstücke die zu erwerben wären, sind nicht geeignet, weil irgendeine Behörde den Naturschutz ins Gespräch bringt. So haben wir bei der Generalversammlung am 19.04.1991 beschlossen, angebotenes Ackergelände durch den Verein zu kaufen. Im Jahr darauf konnten wir 8400 qm erwerben, in der Hoffnung, eines Tages darauf zu bauen oder ihn als Tauschobjekt einsetzen zu können.

1992 und 1993 konnte Thomas Junker seine Treffsicherheit beweisen und wurde mit der Luftpistole jeweils Gaupistolenprinz.

Der nächste gesellschaftliche Höhepunkt war die Feier zu unserer 75-jährigen Vereinsgründung. Schon 2 Jahre zuvor begannen die Vorbereitungen, die mit der Übernahme des 26. Gau-, Preis- und Königsschießen und der Ausrichtung eines Gauschützenfestes. abgerundet werden sollten.

Mit einem 4- tägigen Programm im Festzelt wollten wir uns vom 08.07. – 11.07.1994 der Öffentlichkeit präsentieren. An der Bachgauhalle zwischen den Sportfeldern, stellten wir ein Festzelt mit einer Kapazität von 1200 Personen auf. Dazu eine schmucke Bar und einen Umkleideraum für verwöhnte Musiker. Namhafte Kapellen unterstützen unser Vorhaben und machten unsere Bemühungen zu einem vollen Erfolg. Am Freitag war Western Time mit den „Wild Horse Ramblers“. Die Band „Bayern Pop“ lockte zahlreiche Paare beim Bayerischen Bierabend auf die Tanzfläche. Sonntag und Montag spielten heimische Kapellen wie die „Musikfreunde Großostheim“ oder die „Wenigumstädter Musikanten“. Einer der schönsten Festzüge bewegte sich am Sonntag durch die Straßen von Großostheim. Hätte unsere Fußballnationalmannschaft während der WM in den USA auch noch ihr Spiel gegen Bulgarien gewonnen, hätten wir einen Besucherrekord aufstellen können.

1997 wurde uns aus den eigenen Reihen der Vorschlag unterbreitet eine Bogenabteilung zu gründen. Bei der Olympiade 1972 in München wurde das Bogenschießen nach 50 Jahren wieder Olympisch. Entsprechend groß war damals das Interesse diese Sportart einmal auszuprobieren.

Am 07.08.1998 war es soweit und innerhalb von 2 – 3 Jahren konnten wir etwa 30 interessierte Bogenschützen in den Verein aufnehmen. Es stand uns im DJK- Sportgelände eine Halle zur Verfügung sowie unmittelbar dabei einen Sportplatz, der sich hervorragend für das Schießen im Freien für alle Bogenarten und Distanzen anbot.

Zuerst wurde bei vielen auswärtigen Turnieren teilgenommen und bereits am 30.07.2000 richteten wir unser eigenes Turnier aus. Teilnehmer aus über 20 Vereine, teilweise aus 200 km Entfernung, ermittelten ihre Sieger und Platzierten und freuten sich über Präsente, Pokale und Ehrenscheiben. Bis 2018 haben wir zum 18-mal das Turnier durchgeführt und mittlerweile eine große Anzahl an Stammgästen aus allen Nachbar – Regionen gewinnen können. Unsere Bogenmitglieder schießen mittlerweile auch Rundenkämpfe im Gau Maintal. Besonders unsere Jugend und Schüler Kevin und Sascha Kosch brachten es bereits 2002 und 2003 bei den „Bayerischen“ und „Deutschen“ zu ersten, zweiten und dritten Plätzen in der Halle und im Feld. Der Trainingsfleiß aller war kaum zu bremsen, so dass wir 3-mal in der Woche in der Wintersaison die Halle anmieten mussten. Zu erwähnen waren hier die Bogenreferenten Helmut Gams und Wolfgang Kosch, die Ihre Erfahrungen im sportlichen Bereich und in der Organisation weitergeben konnten. Es werden im Laufe der Saison etliche Turniere bei befreundeten Vereinen besucht. Der in den ersten Jahren erfolgte Andrang hat sich ein wenig gelegt. Stefan Eichelsbacher und Günther Daus sind jetzt diejenigen, die unsere Bogenabteilung erfolgreich führen.

Am 14.06.1998 besuchten wir mit großer Abordnung den Bayerischen Schützentag in Lohr am Main und konnten scheinbar dort einen so guten Eindruck hinterlassen, dass man ein Foto unserer Fahnenabordnung als Titelbild in der Bayerischen Schützenzeitung brachte.

1999 feierte die Schützengesellschaft Großostheim ihren 80-jährigen Geburtstag. Mit Kirchenparade, Gottesdienst, Totenehrung ging es am 26.09.1999 in die geschmückte DJK Halle. Zu zünftiger Bayerischen Musik konnten viele Nachbarvereine aus verschiedenem Gaue begrüßt werden. Langjährige Schützen wurden geehrt und Manfred Bayer, der 8 Jahre die Geschicke des Vereins als 1. Schützenmeister leitete, wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Jahre 2000 folgte eine gründliche Renovierung unseres Clubraums. Dabei wurden die Anschaffung einer computergesteuerten Auswertungsmaschine sowie der Kauf von benötigtem Equipment für unsere neue Bogenabteilung beschlossen.

Die 1. Luftpistolenmannschaft stieg 2000 in die Bayernliga Nord-West auf. Der 1. Heimkampf hierbei fand am 15.10.2000 statt. Neben einigen Bezirksmeistertiteln im Einzel und in der Mannschaft, konnte Christine Reinhardt am 20.7.2000 den 3. Platz bei der „Bayerischen“ belegen. Toni Steiner brachte es in 2 Jahren in der Seniorenklasse beim Ältestenschießen LP jeweils zum Bayerischen Meister. K.H. Gude, Klaus Zimmer und Michael Höfling aus der 1. LP Mannschaft waren öfter in München dabei.

Die Jugendleitung unternahm mit den Jüngsten des Vereins etliche Ausflüge nach München, Rust und Haßloch oder veranstaltete eigene Zeltlager. Die jährlichen Ferienspiele geben uns die Chance der Jugend aus der Gemeinde unseren Sport näher zu bringen, und so ist der eine oder andere bei dieser Gelegenheit Mitglied des Vereins geworden. Hier gibt es Schnupperkurse für den Umgang mit dem Bogen. Später konnten sie auch mit dem Lichtgewehr ihr Können bei fachlicher Aufsicht unter Beweis stellen.

2003 entschloss man sich, vorerst 2 Elektronische Schiessanlagen anzuschaffen, um der 1. Luftpistolenmannschaft die Möglichkeit zu geben, ihr Training so zu gestalten, wie es auf den verschiedenen Ständen der Bayernliga üblich ist. Ein Jahr später war sich die Vorstandschaft einig, alle 12 Stände umzurüsten. Die zusätzliche Anschaffung von Hauptrechner, Großleinwand und Beamer sowie die Vernetzung aller Stände war ein finanzieller Kraftakt.

Aber bei dem 1. Heimkampf in der Bayernliga konnten wir allen Teilnehmern und Zuschauern die publikumswirksame Anlage präsentieren.

Die noch anstehende Renovierung des Schießstandes erfolgte Anfang 2005 in Eigenleistung und ermöglicht es uns, den Raum mit wenigen Handgriffen in einen schmucken Aufenthaltsraum zu verwandeln. Er gibt uns die Möglichkeit auch größere Veranstaltungen hier im Schützenheim durchzuführen.

Am 16.10.2005 eröffneten wir in kleinerem Rahmen den Schießstand. Hierzu waren unser Bürgermeister Hans Klug und Gemeinderatsmitglieder, Verantwortliche aus dem Gau Maintal, Vertreter der anderen örtlichen Schützenvereine aus Pflaumheim und Wenigumstadt geladen. Anwesend waren alle aktiven Schützen aus allen Abteilungen und eine Reihe von Mitgliedern, die für langjährige Mitgliedschaft im BSSB oder für besondere Verdienste im Verein vom Gauschützenmeister Bernd Soter geehrt wurden.

Nach Beschluss der Versammlung vom 16.10.2005 wurde Oskar Müller, u.a. für über 40 Jahren aktivem Rundenwettkampf mit dem Luftgewehr, als Ehrenmitglied ernannt.

Nachdem die 1954 angelegte Königskette mit 50 Königsorden geschmückt ist und keine Erweiterung mehr zulässt, haben wir beschlossen, eine neue, aufwendige und kostbare Silber –   Kette in Auftrag zu geben.

Oskar Müller, unser derzeitiger Schützenkönig und neues Ehrenmitglied, bekam sie im Februar 2005 umgelegt.

Im Jahr 2008 ist es angebracht auch wieder einmal die sportliche Seite unseres Vereins aufzuzeigen. Die 1. LP – Mannschaft hat wieder den Aufstieg in die Bayerliga geschafft. Hier schießen mit guten Ergebnissen folgende Schützen: K.H. Gude, Michael Höfling, Uwe Töns, Christine Reinhardt, Bernd Soter, Pietro Cocucci, Dominik Ostheimer, Christoph Hartmann.

Erstmals hat sich auch eine KK- Sportpistolen – Mannschaft aus dem Kader der besten LP- Schützen gebildet. Sie schießen in der Gauoberliga mit K.H. Gude, Michael Höfling, Christine Reinhardt, Dominik Ostheimer und Klaus Zimmer auf den Ständen des Obernburger Schützenvereins.

Nicht vergessen dürfen wir die Bogenschützen. Sie haben sich nach nur einigen Jahren durch viel Trainingsfleiß an die Spitze der Gauvereine geschossen. Ausgezeichnete Ergebnisse auch auf Gau -, und Bezirksebene bringt den einen oder anderen zu den Bayerischen Meisterschaften. Hier sind folgend Bogenschützen zu erwähnen. Helmut Gams, Wolfgang Kosch, Reinhard Holst, Werner Hör, Günther Daus, Heiner Gado, Vanessa und Kevin Kosch.

All diejenigen waren Bogenschützen der ersten Stunden oder besser, ihnen ist es zu verdanken, dass die Schützengesellschaft auch außerhalb unseres Gaus Maintal die nötige Anerkennung bekam.

Beim Landesschiessen 2008 in München konnte unser Jungschütze Marcel Siebke mit einem 37,2 Teiler Landesjugendschützenkönig werden. Am Sonntag, den 05.10.2008 wurde er zusammen mit den anderen Majestäten auf der Treppe zur Bavaria entsprechend inthronisiert. Seine Leistung ehrt unseren Verein, seinem Gau Maintal und den Bezirk Unterfranken.

Am 13.10.08 empfingen wir Marcel Siebke im Rahmen einer Ehrenfeier mit Transparent und gutgemeinten Reden seitens der Ortspolitik und den Verantwortlichen vom Verein und Gau und Bezirk.

Im Jahr 2009 konnte die Schützengesellschaft 1919 auf eine 90 – jährige Vereinsgeschichte zurückblicken. Am 13.September feierten die Schützen ihren Geburtstag.

Wie in der Fernsehserie „mit Leib und Seele“ die ab 1989 mit 51 Folgen mit dem unvergessenen Günter Strack als Dorfpfarrer ausgestrahlt wurde und zu großen Teilen in der Kirche St. Peter u. Paul gedreht wurde, begann die Feier in genau dieser Kirche. Der weitere Verlauf der Feier zeigte, dass die SG Großostheim ein lebendiger Verein ist, weil die Mitglieder „mit Leib und Seele“ dabei sind. Der Zug der Fahnenabordnungen von Ortsvereinen und befreundeten Schützenvereinen aus dem Umland formierten sich vor dem alten Rathaus und wurde vor der Kirche von Pfarrer Uwe Nimbler empfangen.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Teilnehmer zu einem Totengedenken auf dem Marktplatz vor der Kirche. Anschließend begleitete der Musikverein Großostheim den Zug der Fahnenabordnungen zum festlich geschmückten DJK- Heim, wo der Verein auch seine Schießstände hat. Die Vereinsmitglieder, an der Spitze der 1. Schützenmeister Jürgen Janke, und ihre mehr als 300 Gäste aus Großostheim und den Landkreisen Miltenberg und Aschaffenburg erlebten eine zünftige Geburtstagsfeier. Jürgen Janke begrüßte in seiner Begrüßungsansprache die Honoratioren, darunter Großostheims 1. Bürgermeister Hans Klug, Andrea Lindholz, stellvertretende Landrätin in Aschaffenburg, Bezirksschützenmeister Siegfried Schmitt, Gauschützenmeister Otto Rummel, Gausportleiter Alfons Hock, Fahnenpatin Renate Eder, zahlreiche Ehrenmitglieder sowie Abordnungen vom Patenverein Hubertus Alpenjäger Haibach und dem Fahnenpatenverein Freischütz Pflaumheim.

In den vielfältigen Grußworten wurden der Elan und die Begeisterungsfähigkeit der Mitglieder sowie die sportlichen Erfolge und das gesellschaftliche Engagement der Schützengesellschaft gewürdigt.

Ehrenmitglied Manfred Bayer hielt anhand der 90-jährigen Chronik eine angemessene, launige Laudatio. Besonders hervorgehoben wurden die engen freundschaftlichen Bindungen zu anderen Schützenvereinen, mit denen man auch Trainingsgemeinschaften eingegangen ist.

Großostheims 1. Schützenmeister Jürgen Janke wurde von seinen Schützenfreunden überrascht, als ihm in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein die Würde eines Ehren-Schützenmeisters verliehen wurde. Nach der Überreichung der Urkunde und Schulterstücke durch Hermann Hock, dem 2. Schützenmeister, gehörten Bezirksschützenmeister Siegfried Schmitt und Gauschützenmeister Otto Rummel zu den ersten Gratulanten. Etliche Schützen wurden für ihre langjährige Vereinstreue geehrt. Weitere verdiente Sportler des Vereins wurden mit Urkunden und Ehrenpreise ausgezeichnet.

Nach den vielen Ansprachen und Ehrungen nutzten die Teilnehmer der Geburtstagsfeier die Gelegenheit für Gespräche und Kontaktpflege in kleineren Gruppen, denn bei den feiernden Schützen kann man sich wohl fühlen mit „Leib und Seele“.

Marcel Siebke, der amtierende Bayerische Landesjugendschützenkönig wurde vom 1. – 3.Mai 2009 zum Deutschen Schützentag nach Lübeck geladen. Hier hatte er die Chance auch Deutscher Jugendschützenkönig zu werden. Begleitet wurde er von unserem Jugendleiter H.P. Kraus. Leider konnte er seine Treffsicherheit hier nicht bestätigen, aber die Reise war ein unvergessliches Erlebnis für ihn.

Auch zum Schützen- und Trachtenzug in München war er geladen. Wir mussten dafür sorgen, dass er und seine vier Begleiter in einheitlicher Schützentracht daran teilnehmen. Es wurde vorher ein Foto zur Begutachtung nach München geschickt. Dazu war noch eine Girlande zu besorgen, die auch den Transport dorthin überstehen musste. Mit dem Bezirksbus ging es am 20.September 2009 früh um 4.00 Uhr ab Lohr zum Aufstellungsgelände in die Bayerische Metropole. Marcel Siebke wurde begleitet von Ralf Hock, Thomas Junker, Peter Pophal und Reinhold Klug. Wie der Fernsehübertragung zu entnehmen war, hinterließen sie eine gute Vorstellung auf dem Weg zur Wies‘n und zu dem verdienten Maß.

Schon seit einigen Jahren benutzen wir die Möglichkeit, mit dem gecharterten Bus unseres Gau Maintal, nach München zum Oktoberfestschießen zu fahren. Hier sprechen wir unsere Jungschützen an sich beim Preisschießen zu beteiligen. Die Jugendleitung kümmern sich währen der Fahrt, auf dem Festgelände und während dem Festschießen um unsere Mädels und Jungen.

Nach München fuhr auch 2010 Katharina Junker zur Bayerischen Meisterschaft in der Jugendklasse. Sie belegte mit der Luftpistole den 3. Platz und mit der KK Sportpistole Platz 2.

Bei der anschließenden Deutschen Meisterschaft erreicht Katharina mit der KK-Sportpistole Rang 20. Dominik Ostheimer mit dem gleichen Sportgerät den 10. Platz ihrer Altersklassen.

Unser Schüler Christian Sauer wurde als Bogenschütze auf Grund seiner guten Ergebnisse im Gau, Bezirk und Bayerischen zur Deutschen Meisterschaft nach Burg auf Fehmarn eingeladen.

Bei der Generalversammlung im April 2011 schlug der 1. Schützenmeister der Versammlung vor, unserem langjährigen 2. SM Hermann Hock die Ehrenmitgliedschaft zu übertragen. Ohne Gegenstimmen wurde dieser Vorschlag angenommen. Bei der Königsfeier Ende des Jahres wurde die Sache offiziell und er erhielt unter anhaltenden Beifall die entsprechende Urkunde.

Jürgen Janke erhielt in Westerngrund vom Landkreis über den Landrat Reuter die Ehrennadel in Gold für seine fast 40-jährige Tätigkeit im Schützenwesen.

Klaus Zimmer konnte 2013 292 Ringen mit der Luftpistole / Auflage schießen und wurde damit Bayerischer Meister.

Es ist kaum zu glauben, 6 Jahre nach dem Erfolg von Marcel Siebke, der 2008 beim Oktoberfest – Schießen Landesjugendschützenkönig werden konnte, gelang es unserem neuen 1. Schützenmeister Christoph Hartmann beim Oktoberlandesschießen den besten Treffer mit der Luftpistole zu setzten. Er wurde Bayerischer Pistolenkönig 2014. Vor der gesamten Bayerischen Schützenfamilie, der Presse und dem Fernsehen wurde er und somit die gesamte Königsfamilie zünftig an der Bavaria mit Böllerschüssen geehrt und beglückwünscht.

2014 feierte die Schützengesellschaft in einem etwas kleineren Rahmen ihren 95ten Geburtstag. Gemeinsam ging es zuerst zum Gottesdienst in St. Peter u. Paul. Für unsere Feierlichkeit hatten wir uns eines der schönsten Lokalitäten im Ort ausgesucht. Hier im Gotischen Haus, das älteste Fachwerkhaus im Landkreis, stellte der Schützenmeister Christoph Hartmann in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung der Mitglieder heraus, die in fast zehn Jahrzehnten mit Idealismus, Einsatzwillen und Übungsfleiß den Verein am Leben gehalten haben. Grußworte überbrachten Bezirks SM Siegfried Schmitt, Gau-SM Otto Rummel und die Vertreter der Patenvereine Haibach und Pflaumheim. Volker Rühle der 1. Schützenmeister aus Haibach konnte erzählen, dass sein Großvater damals 1919 bei der Patenschaft – Feier dabei war. Und der Vater von Volker war in den 1950 – Jahren bei der Auffrischung unserer unterbrochenen Beziehungen zugegen. Die Gemeinde gratulierte durch ihren 1. Bürgermeister Herbert Jakob. Wie bei den vorherigen Jubiläen war auch in diesem Jahr unsere Fahnenpatin Frau Renate Eder mit Ihrem Gatten Friedbert zugegen.

Unser Ehrenschützenmeister Jürgen Janke blickte bei seiner Rede auf die letzten 40 Jahre zurück und konnte so manche Anekdote erzählen. Eine eigens zu diesem Ereignis ist eine Festscheibe gemalt worden, die den Anwesenden bei dieser Gelegenheit vorgestellt wurde und als Erinnerung an dieses Jubiläum im Schützenheim ihren Platz finden wird. Anschließend konnten Mitglieder durch den Gauschützenmeister Rummel und unserem Schützenmeister für 25, 40 und 60 Jahre Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet werden.

Ein Jahr später im September 2015, wurde Christoph Hartmann mit Begleitung schmucker Schützenfreunde, als amtierender Luftpistolenkönig zum Schützen,- und Trachten- Umzug nach München geladen. Es ist fast nicht zu glauben, auch hier schoss er wieder ein hervorragendes Ergebnis und wäre auch hier fast wieder Pistolenkönig geworden. Er belegte den zweiten Platz. Sein Vater, Rainer Hartmann, konnte mit einem guten Schuss u.a. den Ehrenpreis des Münchener Bürgermeisters gewinnen.

Leider konnten wir 2015 das Waldspitzenfest nicht mehr durchführen. Es fehlte an Helfern und somit war der Schwung der ersten Jahre nicht mehr vorhanden, Trotzdem waren doch viele der Meinung man hätte mit mehr Initiative das Fest weiterführen können. Nachbarvereine haben es uns doch vorgemacht.

Christine Höfling wurde aufgrund ihrer sehr guten Ergebnisse mit der Luftpistole im Gau, Bezirk und Bayern zur Deutschen Meisterschaft nach München geladen. Am 30.08.2016 schoss sie in der Altersklasse Damen 369 Ringe und belegte damit den 9. Platz.

Für 2 Jahre übernahm 2016 Jürgen Janke noch einmal den vakanten Vorstandsposten bis dann bei der Generalversammlung im April 2018 die Versammlung Christine Höfling zum 1. Schützenmeister (/in) wählte. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die anderen Posten in der Vorstandschaft neu besetzt.

Nach 100 Jahren ist die Schützengesellschaft 1919 Großostheim ein lebendiger Verein, mit etwa 140 Mitgliedern, in dem alle Altersstufen vertreten sind. Die Freude am Zusammentreffen mit Gleichgesinnten, gemeinsamer Spaß und natürlich das Ausüben einer interessanten Sportart, die sich aus ihren traditionellen Wurzeln heraus immer wieder weiterentwickelt, werden auch in den kommenden Jahren den Fortbestand dieses Großostheimer Traditionsvereins garantieren.


16.10.2009 / 12.2.2019

Jürgen Janke

1. Schützenmeister / Ehrenschützenmeister

Schützenmeister der Schützengesellschaft  1919Grossostheim e.V.

1919 – 1927  Georg Becker

1927 –  1928  Johann Zahn

1928  –  1930  Josef Scheiber

1930  – 1955  Josef Englert

1955  –  1958  Lorenz Müller

1958  –  1965  Werner Löffler

1965  –  1968  Josef Englert

1968  – 1972  Werner Hock

1972  –  1982  Jürgen Janke

1982  –  1990  Manfred Bayer

1990  –  2012  Jürgen Janke

2012  –  2016  Christoph Hartmann

2016  –  2018  Jürgen Janke

2018  –             Christine Höfling

Schützenkönige

1954  Peter Müller                                                                                        1955  Werner Löffler

1956 Adolf Hock                                                                                             1957  Werner Hock

1958  Peter Keimig                                                                                        1959  Gabriel Englert

1960  Werner Löffler                                                                                    1961  Herbert Nürnberger

1962  Otto Mayer                                                                                          1963  Roland Fäth

1964  Adolf Hock                                                                                            1965  Valentin Schnatz

1966  Pfarrer Ziegler                                                                                     1967  Werner Löffler

1968  Helmut Witzulis                                                                                  1969  Heinrich Köhler

1970  Oskar Müller                                                                                        1971  Gottfried Höflich

1972  Oskar Müller                                                                                        1973  Werner Löffler

1974  Werner Hock                                                                                       1975  Hermann Hock

1976  Gottfried Höflich                                                                                1977  Richard Höfling

1978  Michael Höfling                                                                                   1979  Horst Hain

1980  Jürgen Janke                                                                                        1981  Alfred Haas

1982  Michael Höfling                                                                                   1983  Michael Höfling

1984  Werner Löffler                                                                                    1985  Wolfgang Nebel

1986  Michael Höfling                                                                                   1987  Werner Hock

1988  Hermann Hock                                                                                    1989  Stefan Wanner

1990  Hermann Hock                                                                                    1991  Oskar Müller

1992  Peter Pophal                                                                                        1993  Jürgen Janke

1994  Anton Steiner                                                                                      1995  Michael Höfling

1996  Manfred Bayer                                                                                   1997  Thomas Junker

1998  Thomas Junker                                                                                   1999  Karin Loh

2000  Anton Steiner                                                                                      2001  Thorsten Kral

2002  Oskar Müller                                                                                        2003  Klaus Zimmer

2004  Oskar Müller                                                                                        2005  Oskar Müller                        

2006  Hans Fäth                                                                                              2007  Hermann Hock

2008  Jan Aulbach                                                                                          2009  Christine Höfling

2010  Jürgen Janke                                                                                        2011  Oskar Müller

2012  Ralf Hock                                                                                               2013  Rainer Hartmann

2014  Wolfgang Höfling                                                                               2015  Rainer Hartmann

2016  Marcel Siebke                                                                                     2017  Patrick Metz

2018  Stefan Eichelsbacher

                                                       

Ehrenschützenmeister

seit 2009  Jürgen Janke

Ehrenmitglieder z. Zt.

seit 1988  Werner Löffler

seit 1999  Manfred Bayer

seit 2005  Oskar Müller

seit 2011  Hermann Hock

Das Schützenmeisteramt – seit 2018

Christine Höfling             1. Schützenmeisterin

Hans – Peter Kraus         2. Schützenmeister

Dominik Ostheimer         Kassierer

Gernot Lenz                       Schriftführer

Wolfgang Höfling               Sportleiter

Sergej Kessler                     Jugendleiter